Der Wismarer Wochenkalender zeigt historische Bilder, Fotos und Ansichtskarten von Gebäuden, Ereignissen und Personen mit beschreibenden Texten und bietet einen kleinen Einblick in die Geschichte der Hansestadt Wismar.
Woche 10 2015

Woche 10 2015

Der fleißige Lastfuhrunternehmer Carl Stier war auch Mitte der 1930er-Jahre im Nebenerwerb als Schrottsammler tätig, womit er sich, seinen Freunden und Bekannten ein kleines Zubrot verdiente. Den in Wismar und Umgebung gesammelten Schrott brachten sie zu einer zentralen Sammelstelle im Hafen, wo der Schrott gewogen und anschließend verschifft wurde. Der Schrott wurde zur Stahlerzeugung benötigt. Hierzu wurde das Siemens-Martin-Verfahren genutzt. Die wirtschaftliche Bedeutung des Siemens-Martin-Verfahrens liegt in der Besonderheit des hohen Schrotteinsatzes. Im Jahre 1869 führte Alfred Krupp dieses Verfahren in Essen, im sogenannten Ruhrpott, ein. Er erzeugte hier den weltweit bekannten Kruppstahl. Aber auch in Berlin wurde dieses Verfahren seinerzeit weiter entwickelt und angewandt. Ab 1915 stieg der Anteil des Siemens-Martin-Stahls in Deutschland auf über 50 % und erreichte Ende der 1940er-Jahre bereits 75 %. Das Siemens-Martin-Verfahren ist heute in Europa ein nur selten angewandtes Verfahren zur Reinigung von Roheisen mit dem Ziel der Stahlgewinnung. Seit Ende der 1980er-Jahre wird hauptsächlich das Elektrostahlverfahren zur Stahlerzeugung genutzt.

Kommentare

Bisher keine Kommentare

  •  

Zufallsbild

Beliebte Schlagwörter