Der Wismarer Wochenkalender zeigt historische Bilder, Fotos und Ansichtskarten von Gebäuden, Ereignissen und Personen mit beschreibenden Texten und bietet einen kleinen Einblick in die Geschichte der Hansestadt Wismar.
Woche 18 2015

Woche 18 2015

Genau zwei Jahre nach ihrem 50. Todestag möchten wir an dieser Stelle an die feinsinnige Künstlerin Sella Hasse erinnern. Sella Hasse, geb. Schmidt, auch als Selly Schmidt und unter dem Pseudonym Essa Halles bekannt (*12. Februar 1878 in Bitterfeld; † 27. April 1963 in Berlin), war eine deutsche Malerin und Grafikerin. Als Tochter von Emma Schmidt (1859–1936) nahm sie seit 1896 privaten Zeichenunterricht bei Walter Leistikow und Franz Starbina sowie ab 1901 bei Lovis Corinth. 1902 begann die Freundschaft mit der zehn Jahre älteren Künstlerin Käthe Kollwitz. Aus beruflichen Gründen des Ehemanns zog die Familie im Jahr 1904 von Berlin nach Hamburg. Hier arbeitete Sella Hasse als Pressezeichnerin. Nachdem ihr Ehemann Robert einen Ruf als Dozent für Mathematik und Naturwissenschaften an die 1908 gegründete Ingenieur-Akademie Wismar erhalten hatte, zog das Ehepaar 1910 von Hamburg nach Wismar. Seit 1930 wohnte die Künstlerin in Berlin. Während des Nationalsozialismus wurde ihre Kunst für entartet erklärt. Von 1943 bis 1945 lebte Sella Hasse im Elsass, danach zog sie nach Ost-Berlin zurück. 1951 erlitt sie nach einem Unfall eine Lähmung und gab ihr künstlerisches Schaffen auf. Sella Hasses Grab befindet sich auf dem Wismarer Friedhof, wo sie, gemeinsam mit ihrer Mutter, Tochter und Ehemann, begraben ist. In Wismar erinnert die Sella-Hasse-Straße auf dem Friedenshof an die große Künstlerin. In dem wir auf dieser Kalenderseite ihre Radierung „Kohlenlöschen im Schnee“ (entstanden ca. 1915 in Wismar) zeigen, möchten wir ihr Lebenswerk an dieser Stelle würdigen.

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