Der Wismarer Wochenkalender zeigt historische Bilder, Fotos und Ansichtskarten von Gebäuden, Ereignissen und Personen mit beschreibenden Texten und bietet einen kleinen Einblick in die Geschichte der Hansestadt Wismar.
38 2017

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Diese seltene Aufnahme zeigt den im Spätsommer 1907 aufgestellten Schwedentisch ca. 4,50 m vor der ebenfalls neu errichteten Schutzhalle auf dem Wischberg im Bürgerpark von Wismar. Der Schwedentisch ist ein Geschenk des in Wismar ansässigen Schiffsmaklers und dänischen Vicekonsuls Carl Tiede. Für das Fundament des Schwedentisches wurden 1907 im Sommer 25 M veranschlagt und für den Transport aus dem Hafen und die Aufstellung auf dem Wischberg fielen noch einmal 45 M an. Der Schwedentisch besteht aus einer achteckigen Granitplatte, 15 cm dick und ca. 1 m im Durchmesser und ist mit zugehörigem Standfuß etwa 400 kg schwer. Gute zehn Jahre später hatte der Wismarer Senator Albert Sohm die Idee, den „Schwedentisch dadurch nutzbar zu machen, dass auf demselben eine Sonnenuhr hergestellt wird“. Seit 1916 gab es in Deutschland die Sommerzeit und so wurde im Jahre 1918 in Deutschland die erste ortsfeste Horizontal-Sommerzeit-Sonnenuhr in Wismar geplant, berechnet, gebaut und aufgestellt. 1918 war dann das letzte Jahr mit einer Sommerzeit. Zur Erinnerung an die drei Jahre Sommerzeit wurde an der Seite des Schwedentisches die Inschrift Kriegs-Sommer-Zeit 1916 angebracht. Leider ging der Schattenwerfer in den folgenden Jahren verloren. Es dauerte bis zur Eröffnung der Landesgartenschau in Wismar im Jahr 2002, dass diese besondere Sonnenuhr restauriert und komplett mit neuem Schattenwerfer auf dem Schwedentisch im jetzigen Tierpark Wismar in der Nähe des alten Standortes wieder zu bewundern ist – besonders im Sommer mit der nun schon seit 1980 geltenden Sommerzeit.

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